"Jede Blüte will zur Frucht, jeder Morgen Abend werden. Ewiges ist nicht auf
Erden als der Wandel als die Flucht."  (Hermann Hesse)

Altersbedingte Krankheiten


Altersgemäße Psychotherapie - Seelisch gesünder werden beim Älter werden

Die durchschnittliche Lebenserwartung ist in den letzten hundert Jahren um über 30 Jahre gestiegen. Das Altern als eigener Lebensabschnitt stellt jeden Menschen vor neue Herausforderungen körperlicher, psychischer, sozialer und geistiger Art. Die interindividuellen Unterschiede in den verschiedenen Aspekten sind in Abhängigkeit von der Genetik, den Risikofaktoren, der bisherigen Lebensführung sowie der Umweltbedingungen groß.

Gesundheitliche Einschränkungen und Probleme, v.a. die Anfälligkeit für Schädigungen der Organe, chronische und hirnorganische Erkrankungen nehmen beim Altern zu. Funktionsverluste, abnehmende Vitalkapazität, erhöhter Cholosteringehalt im Blut, zunehmender Blutdruck, verminderte Glucosetoleranz, Abnahme des Mineralgehalts des Skeletts und Abnahme der Muskelfasern führen u.a. zu folgenden Krankheiten: Arteriosklerose, Osteoporose, Krebs, Infektionskrankheiten, Altersdiabetes, Bluthochruck, Atemwegserkrankungen, Herzinsuffizienz, Schlaganfall.

Als Folge von chronischen oder schweren körperlichen Erkrankungen oder bleibenden Einschränkungen und sozialen Verlusten reagieren ältere Menschen auch vermehrt mit Depressionen. Als weitere psychische Störungen im Alter sind v.a. Demenzen, Angst- und Belastungsstörungen und somatoforme Störungen zu nennen. Die Suizidhäufigkeit steigt im hohen Alter steil an. Leider werden diese psychischen Störungen im Alter oftmals nicht rechtzeitig erkannt, weil sie zum Teil durch körperliche Erkrankungen überlagert werden.

Zu wenig beachtet wird, dass die psychische Labilität im Alter steil ansteigt. Die psychischen Störungen werden bei alten Menschen oft nicht richtig erkannt und zudem werden die Chancen von Psychotherapie für Ältere unterschätzt.

Altersabgestimmte Psychotherapie macht das Älter werden selbst in all seinen Facetten zum Thema:

  • Im Bereich des Erlebens und Verhaltens bestehen im Alter aus wissenschaftlicher Sicht höhere Veränderungs-, Wachstums- und Anpassungsmöglichkeiten v.a. im Nervensystem als bisher gedacht. Natürlich können Leistungsfähigkeit, sensomotorische Funktionsabläufe,  kognitive und alltagspraktische Fähigkeiten und damit auch die Selbständigkeit trainiert werden.
  • Die Seele löst sich aus anthroposophischer Sicht schon nach dem 28. Lebensjahr wieder langsam aus dem körperlichen Träger heraus (Exkarnation). Demnach besteht die Aufgabe des Älterwerdens nicht mehr primär im Erhalt und Training der körperlichen, sondern vielmehr im Aufbau seelsich-geistiger Kräfte. Es geht darum, selbstverständliche oder noch ungenutzte Fähigkeiten und Kraftquellen zu erkennen und zu aktivieren. Dazu gehören alle Erfahrungen, Fertigkeiten, das Wissen und die Weisheit, die der Mensch erbracht hat.  Aus dieser Perspektive ist es sogar möglich, "dass die Krankheit in gewisser Beziehung wieder zurückverwandelt werden kann in einen geistigen Prozess. Und das ist das ungeheurer Bedeutsame, dass, wenn dieser Prozess in die Seele als Lebensmaxime aufgenommen wird, er eine Anschauung erzeugt, die gesundend auf die Seele wirkt." (Dr. Rudolf Steiner)
  • Eine Chance des Alterns liegt darin, dass die Lebensgestaltung freier z.B. mehr an persönlichen Interessen und vielleicht bislang vernachlässigten Bedürfnissen oder an freiwilligem gesellschaftlichem Engagement orientiert werden kann. Psychotherapie bietet Hilfestellung dabei, die eigenen Bedürfnisse besser zu erkennen und neue, sinnvolle und angemessene Lebensziele zu erfassen.
  • Viele alte Menschen halten ganz natürlich Rückschau auf das Leben. Manchmal ist hierbei Unterstützung hilfreich, vor allem wenn es um die Verarbeitung von Verlusten oder seelischen Schmerzerfahrungen (z.B. Kriegserlebnisse) geht. Der annehmende, verständnisvolle, bewertungsfreie und haltgebende Rahmen einer Psychotherapie kann auch zur Entlastung von Angehörigen beitragen, falls konflikthafte Beziehungen oder einengende Bindungen bestehen. Ziel ist das Annehmen der eigenen Biografie.
  • Mit dem Reifen des Menschen sind auch die Fragen der Vergänglichkeit, des Sterbens und des bewussten Wahrnehmens von Todesprozessen im Leben verknüpft.
  • Romano Guardini spricht in diesem Zusammenhang von der Kunst des Sterbens. "Letzteres beginnt nämlich viel früher als in dem Augenblick, in welchem der Arzt ernst wird. Es beginnt, wenn das Abnehmen der Kräfte, die Verengung des Lebensfeldes, das Angewiesensein auf andere anfängt, den Ton der Existenz zu bestimmen. .. Unsere Zeit sieht aber Leben nur im jugendkräftigen Zustand. Der Tod ist für sie ein bloßes Negativum".
Auch Hausbesuche sind möglich. Die Therapie kann in der Regel ohne lange Wartezeit beginnen.
 
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