"Der Freund: Fern oder nah, im Glück oder Unglück erkennt der eine im andern
den treuen Helfer zur Freiheit und Menschlichkeit."  (Dietrich Bonhoeffer)

Traumatische Erlebnisse

Es gibt Lebenssituationen, in denen die Psyche so extrem mit äußeren Reizen überflutet wird, dass sie überfordert ist: sexuelle Gewalt, ein schwerer Unfall oder Überfall, der plötzliche Verlust eines Angehörigen, eine lebensbedrohliche Erkrankung wie z.B. Herzinfarkt, Krebs, Schlaganfall. Derartige Belastungen können so bedrohlich sein, dass sie zu körperlichen Veränderungen oder sogar seelischen Spaltungen und zu einem sog. Trauma führen. Auf ein Trauma können verschiedene psychische Störungen folgen:

Als Reaktion auf eine äußere Bedrohung ist Kampf (fight) oder Flucht (flight) möglich, was mit starken physiologischen Veränderungen einhergeht. Wenn aber alles nicht hilft (no fight, no flight), dann bleibt dem Gehirn nichts anderes übrig, um der Bedrohung zu entkommen, als mit freeze oder fragment, Lähmung oder Spaltung zu reagieren. Jetzt findet für den Betroffenen das Ereignis als Trauma statt. Eine Flut von schmerzbetäubenden, körpereigenen Opiaten (Endorphinen) sowie Noradrenalin helfen beim geistigen Wegtreten, der Neutralisierung der akuten Todesangst bzw. der Entfremdung vom Geschehen.

Die Erfahrung wird zersplittert, und diese Splitter werden so weggedrückt, dass das Erlebnis nicht mehr zusammenhängend erinnert werden kann. Dissoziative Phänomene sind: Amnesie, Derealisation, Depersonalisation, Fugue. Daran beteiligt sind verschiedene Systeme im Gehirn: Die Amygdala als sogenannte Feuerwehr und der Hippocampus.

Als Folge eines Traumas kann sich eine akute Belastungsreaktion oder das chronifizierte Posttraumatische Belastungssyndrom (PTBS) oder eine dissoziative Identitätsstörung entwickeln. PTBS wird häufig falsch diagnostiziert als Depression, Angst- oder Borderline-Störung, Psychose, Essstörung. Dabei sind die Diagnose-Gesichtspunkte für eine traumatische Reaktion eindeutig.

Schon in den ersten Tagen und Wochen nach dem Erleben eines Traumas ist eine psychotherapeutische Unterstützung sinnvoll. Treten länger andauernde Reaktionen auf, ist eine mehrstufige Behandlung erforderlich, in deren Mittelpunkt die Stabilisierung steht.

Sie können sofort einen kostenlosen Ersttermin vereinbaren. Die Therapie kann in der Regel ohne Wartezeit beginnen. In schweren Fällen sind auch Hausbesuche möglich.

 

Akute posttraumatische Belastungsreaktion

  • Angstzustände, Schreckhaftigkeit
  • Alpträume, Schlafstörungen
  • Spontanes, bildhaftes Wiedererleben von Teilen des Traumas (sog. Flashbacks)
  • Vermeidung von Reizen, die mit dem Trauma zu tun haben
  • Gefühle von Empfindungslosigkeit, Entfremdung, Einsamkeit, Kontaktunwilligkeit
  • Wahrnehmungsstörungen in bezug auf Körper, Gefühle, Umwelt
  • Störungen von Konzentration und Leistung

Posttraumatisches Belastungssyndrom (PTBS)

  • Wiedererleben von Teilen der belastenden Erinnerung in Form von Flashbacks, Gedanken, Alpträumen, Pseudohalluzinationen
  • Starke körperliche und emotionale Reaktion auf Trigger
  • Anhaltende Vermeidung von Reizen, die an das Trauma erinnern
  • Entfremdung: Derealisation, Depersonalisation
  • Erhöhte Erregung: Schlafstörungen, Reizbarkeit, Konzentrationsstörungen, Hypervigilanz, Schreckreaktion

Bestimmte Risikofaktoren, welche die Zeit vor dem traumatischen Ereignis, währenddessen und nachher betreffen, erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass eine Person nach einem Trauma eine PTBS entwickelt.

Für die Zeit nach dem Trauma sind vor allem ausschlaggebend: mangelnde soziale Unterstützung, fortgesetzte negative Lebensereignisse, mangelnde Anerkennung des Traumas durch Andere, sekundäre Stressfaktoren wie Umzug, Angst vor dem Täter, finanzielle Probleme.


 
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