Freie Atemübung im Neuen Yogawillen
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Im Jahrtausende alten Yoga spielen Atemtechniken eine spezielle Rolle. Neben der gelenkten Atmung während der Körperübungen, wird mit der sogenannten Pranayama-Atmung die bewußte Sammlung und Ausdehnung des Prana (Lebensenergie) trainiert. In tiefer Konzentration werden Ein- und Ausatmen sowie Atempausen bewußt verlängert. Die Übungen sind intensiv und tiefgreifend, v.a. auch in ihrem bezug zur Lebenskraft und zur psychsichen Verfassung, und werden von indischen Spezialisten auch zur Therapie von Krankheiten angewendet.
Mit Pranayama-Techniken sind heutzutage bei dauerhafter Praxis allerdings auch Gefahren wie Psychosen und Depressionen verbunden. Um diese Gefahren auszuschliessen, sollten Yoga-Übende ihre Kräfte sinnvoll in bewusster Lebensgestaltung und -führung und in der Beziehung zu Mitmenschen nutzen können und auch reine spirituelle Motive pflegen, bevor sie sich an solch intensive Praktiken wagen, so empfiehlt es Heinz Grill u.a. in seinem Buch "Harmonie im Atmen".
Heinz Grill entwickelte stattdessen Atemübungen, die diese Beziehungsbildung zur äußeren Welt - und dazu gehört auch die Beziehung zum eigenen Körper - aus geistiger Sicht günstiger beeinflussen. Grundlegend ist die sogenannte Freie Atemübung während der Yoga-Praxis. Diese Freie Atemübung ist charakteristisch für den Neuen Yogawillen. (Weitere Ausführungen sieh unter dem Link Yoga).
Der Atem wird hierbei indirekt über den Weg der klassischen und einiger neu entwickelter Körperhaltungen des Yoga geschult. Er wird bewusst wahrgenommen, sowie in seiner Eigendynamik, Tiefe, Intensität und seinem Rhythmus natürlich zugelassen. Je freier die Atmung wird, desto besser gleicht sie sich den Bedingungen an. Der Wille darf dabei nicht in die Atmung eingreifen, er soll passiv bleiben wie ein Zuschauer. Dadurch entsteht mehr Ruhe und Gelöstheit. Eine entscheidende Rolle spielt bei der Ausfühung das Denken, das gar nicht primär auf das freie Atmen aus ist, vielmehr wird das Denken ganz speziellen Inhalten zugewendet, die im Nachinien dazu führen, dass der Atem freier wird.
Die Freie Atemübung wirkt harmonisierend und kann von jedem Menschen gefahrlos praktiziert werden. Sie führt zu einer klaren Unterscheidung von Körper und Bewusstsein.
Trotzdem sollte von psychisch Erkrankten beim Yogaüben die Atmung nur in Beleitung von erfahrenen Heilkundigen in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit gerückt werden. Begründungen hierzu finden Sie auch auf meinen Seiten zum körperpsychotherapeutischen Umgang mit der Atmung.